Die schönsten Markthallen in Irland, Schottland, Spanien und Deutschland

Bei meinem ersten Schottlandbesuch 2013 ging es in die "Hauptstadt der Highlands", Inverness. Der Reiseführer empfahl unbedingt einen Abstecher in die viktorianische Markthalle zu machen. Ein Tipp, meine große Liebe zu Markthallen entfachte, die bis heute nicht endet. Auf meinen weiteren Reisen durch Irland, Großbritannien, Spanien und Deutschland habe ich viele weitere Markthallen entdeckt und für euch mein persönliches Ranking erstellt.

1. Cork/Irland: The English Market

Die Markthalle an der Grand Parade in Cork wurde bereits 1610  erbaut. Früher, um 1780, war die Grand Parade  noch ein Kanal. Die Schiffe konnten ihre Ware so direkt am Markt abladen. Heute lässt sich die Halle ganz einfach über die Haupteingänge in der  Princess Street und der Grand Parade sowie den kleineren Eingängen in der Patrick Street und der Oliver Plunkett Street betreten. Unten warten allerlei Köstlichkeiten auf die Besucher, denn Cork sieht sich selbst als Gourmetstadt Irlands. Von Fleisch über Gemüse, Käse, Backwaren, Wein, Kaffeespezialitäten aus aller Welt, irische Delikatessen und Fruchtsäfte und Smoothies. Letztere kann ich besonders empfehlen, wir haben uns dort während unseres Aufenthaltes täglich einen Smoothie gegönnt. Im Obergeschoss befinden sich auch Restaurants, etwa das bekannte und mehrfach prämierte „Farm Gate Café“. Aber auch Kleidung und andere schöne Kleinigkeiten gibt es zu bestaunen. In der Mitte der Markthalle steht ein kunstvoll gestalteter Brunnen, das Gewölbe ist aus schönem Holz und große Fenster lassen viel Licht herein. Im Seitengang, wo sich Kleidung und Handwerkskunst aneinander reihen, sind die Fassaden in typisch irischer Manier bunt bemalt. Definitiv meine Lieblingsmarkthalle! Mehr Infos auf der Webseite.

2. Valencia/Spanien: Mercat Central

 Das Stadtbild  von Valencia ist von prächtigen Jugendstilbauten geprägt und auch der Mercat Central hat seinen Ursprung in den 1910er Jahren. Er ist nicht nur von außen ein Hingucker, auch innen sorgt die kunstvoll konstruierte ausladende Decke mit ihren liebevoll bemalten Kacheln und Holzbalken dafür, dass man vergisst, auf die eigentlichen Marktstände zu achten. Besonders eindrucksvoll ist die große Kuppel in der Mitte, durch das ein buntes Licht fällt. Der Mercat Central ist um weites größer als der English Market in Cork, verschiedene Portale weisen jedoch verschiedene Zahlen aus: Mal sollen es 400 Händler sein, dann über 900 und eine Webseite preist sogar 1.300 Marktstände aus. Wie dem auch sei, das Angebot ist riesig und bietet traditionelle spanische Produkte, wie den Serrano-Schinken. Der Schwerpunkt liegt auf Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Fleisch. Ein Hauptteil der Halle bietet Fisch und Meeresfrüchte an, denn Valencia liegt direkt am Meer. Wer den Mercat besuchen will, sollte nicht den gleichen Fehler machen und am Nachmittag kommen, denn der Markt schließt um 14.30 Uhr. Als ich gegen 14 Uhr dort war, waren viele Händler bereits dabei, ihre Stände zu schließen. Mehr auf der Webseite.

3. Inverness/Schottland: Victorian Market

Das ist sie! Die kleine viktorianische Markthalle, die mir seit 2013 nicht mehr aus dem Kopf geht und meine Markthallenliebe entfacht hat! Schaut, wie schön sie ist! Ich liebe diese romantischen roten Deckenbögen, die und die bunten hölzernen Fassaden sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Die ursprüngliche Halle wurde um 1870 gebaut, wurde aber von einem Feuer zerstört. Nur der Eingang aus Sandstein an der Academy Street ist noch erhalten. Die Markthalle wurde dann 1890 wieder aufgebaut. Anders als bei den anderen Markthallen finden sich hier keine Lebensmittel, sondern hauptsächlich schottische Handwerksprodukte: Schmuck, Tweedkleidung und britisches Gebäck. Aber auch normale Geschäfte wie ein Frisör oder Souvenirläden finden sich hier. Bei meinem ersten Besuch 2013 standen einige der Läden leer, bei einem kurzen Stopover 2015 habe ich da irgendwie gar nicht drauf geachtet. Der Victorian Market hat keine eigene Webseite, gute Informationen findet ihr aber hier.

4. Malaga/Spanien: Mercado Central de Atarazanas

Die Markthalle Malagas wurde mehrfach restauriert und saniert, hat ihren Ursprung aus dem 14. Jahrhundert. Damals war das Areal noch eine Werft ("atarazana"), erst Mitte 1800 errichtete man dort eine Markthalle. Der Stil des Markts ist arabisch, dennoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen: Hier wird auf gar keinen Fall über die Preise verhandelt! Das gilt als respektlos, und gehört nicht - wie häufig geglaubt - zur andalusischen Kultur. Der Mercado Central de Atarazanas ist in drei Bereiche eingeteilt: Auf der rechten Seite gibt es Obst und Gemüse, in der Mitte Fisch und links Fleisch. Fisch- und Meeresfrüchte-Fans sollten den Markt montags meiden, denn dann sind die Verkaufsstände für Fisch und Meeresfrüchte geschlossen, da die Fischer am Sonntagabend nicht auf das Meer raus fahren. Mehr Informationen zur Historie kann hier nachgelesen werden, eine eigene Webseite gibt es nicht. 

5. Barcelona/Spanien: Mercat de Sant Josep/La Boqueria

 

Dort wo heute die Markthalle  Mercat de Sant Josep / La Boqueria liegt, befand sich bereits im 13. Jahrhundert ein großer Marktplatz. Heute ist der Markt der wohl bekannteste in Spanien, was auch an seiner guten Lage liegt. Vom Plaça Catalunya aus läuft man Las Ramblas hinunter Richtung Hafen. Nach circa 500 Metern befindet sich auf der rechten Seite etwas nach hinten versetzt das schmiedeeiserne Eingangstor. Wie in Spanien üblich wird auch hier vor allem Obst, Gemüse, Fleisch und frischer Fisch angeboten, aber auch Gewürze, Nüsse und Schokolade. Besonders günstig sind hier auch wieder die Fruchtsäfte, die sind jedoch auch ziemlich süß. Am hinteren Ende der Halle sind die Bars und Cafés zu finden. Ich persönlich habe die Halle als sehr dunkel empfunden, es fehlen große Kuppeln oder großflächige Glasfenster im Dach. Dafür habe ich nirgends so schöne Gewürz- und Nussstände gesehen wie hier! Mehr Infos über Barcelonas beliebte Markthalle gibt es auf der Seite der Stadt.

6. Stuttgart/Deutschland: Stuttgarter Markthalle

International geht es in der Stuttgarter Markthalle zu. Neben deutschen Produkten findet sich hier auch Obst, Gemüse, Fleisch und Gewürze aus aller Welt, zum Beispiel aus Asien oder auch Spanien. Die Stuttgarter Markthalle gilt als Gourmet-Meile, viele Produkte sind hochwertig und exotisch,häufig tummeln sich hier auch lokale Spitzenköche. Auch exklusivere Restaurants laden zum Essen ein.

Die aus Stahlbetonträgern erbaute Halle wurde 1914 eingeweiht und ist ein Gebäude im Jugendstil. Es wird von einem Glasdach überspannt, sodass es hier schön hell ist. Mittlerweile steht die Markthalle unter Denkmalschutz. Im Obergeschoss wird die Exklusivität deutlich: Hier kann, wer das nötige Kleingeld mitbringt, gehobenere Wohnaccessoires und Mode shoppen. Zur Homepage der Markthalle geht es hier.

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