Zu Besuch bei Hundertwasser

Regelmäßig laufe ich an dem großen rosafarbenen Gebäude vorbei, manchmal schlender ich auch durch seine kleinen Läden und ein paar Mal habe ich auch schon im Café gesessen: Das Hundertwasserhaus Magdeburgs. Als ich neulich Besuch von Freundinnen aus der alten Heimat hatte, haben wir uns einmal auf die Spuren Hundertwassers begeben und konnten auch einen Blick ins Innere werfen. 

Das Hundertwasserhaus in Magdeburg in seiner ganzen Pracht.
Das Hundertwasserhaus in Magdeburg in seiner ganzen Pracht.

Für die einen ein "buntes Kaserplehaus", das nicht ins Stadtbild passt, für die meisten aber einer der Hauptgründe nach Magdeburg zu reisen: Das letzte von Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfene Gebäude, im Volksmund auch Hundertwasserhaus genannt. Tatsächlich hat das rosafarbene Haus mit seinen weißen Zwiebeltürmen einen ganz anderen Namen: Die Grüne Zitadelle von Magdeburg. Wer einmal daran vorbei gelaufen oder sogar hineingegangen ist, weiß, dass der Name Grün nicht von ungefähr kommt: Unzählige Bäume, Blumen und andere Pflanzen machen das Haus zu einer grünen Oase. 

 

Ob grün oder rosa - das polarisierende Gebäude zieht täglich viele Touristen an und so auch mich und meine beiden Mädels, die mich am ersten Oktober-Wochenende besucht haben. Mehrmals täglich werden Führungen um und durch das  Haus angeboten. Neben Infos zum Künstler, zu seiner Biografie, Weltanschauung und seinen Werken, lockt die Besucher vor allem eins: die Grüne Zitadelle von Innen anschauen! Denn nicht alle Wohnungen gehören zum ArtHotel. Hinter einigen Türen verbergen sich beispielsweise Arztpraxen, Büros und ein Kindergarten, aber auch Wohnungen! Die Warteliste für diese Wohnungen ist lange - wer nicht so lange warten will, kann mit der Führung ein Blick in die Musterwohnung werfen. Schon das Treppenhaus zeigt, dass Hundertwasser überall seine Finger im Spiel hatte: ausgetretene Stufen, schiefe Geländer, unebene Böden und bunte Fließen überall. Jede Haustür und jeder Türgriff sieht anders aus. Und auch in den Wohnungen zeigt sich die Vorliebe für wirre Formen und Muster. Zu viel will ich nicht vor wegnehmen, damit ihr noch die Gelegenheit bekommt, euch selbst ein Bild zu machen.  Nur so viel: In solch ein Badezimmer möchte ich lieber nicht betrunken von einer der unzähligen Studentenpartys nach Hause getorkelt kommen... Wer die ausgetretenen Stufen bezwungen hat, wird dafür dann mit einem tollen Blick aus einem der vielen Fenster belohnt. Wohin man schaut: rosa Farbtupfer und Bäume überall! Über 150 Pflanzen wachsen auf dem ganzen Grundstück, hinter manch einem Baum verbirgt sich sogar ein "Baum-Mieter". Diese wachsen aus den Fenstern des Hauses und sind von den jeweiligen Wohnungen zugänglich. Wer einen Baum als Untermieter hat, ist vertraglich verpflichtet, sich um sein Wohlergehen zu sorgen. 

 

Ausgehend von Kölner Wohnungspreisen, waren wir überrascht, wie "günstig" dieses besondere und außergewöhnliche Wohnen doch ist! So beträgt die Warmmiete für eine etwa 90qm große Wohnung "nur" etwa 1.000 Euro. Gedanklich haben meine beiden Freundinnen und ich uns schon unsere Dreier-WG eingerichtet...  Wem das dennoch zu teuer ist, eine Nacht auf zwei tut es vielleicht auch - denn im Hundertwasserhaus verbirgt sich ebenfalls wie erwähnt ein Hotel. Wer lieber nur auf ein Stündchen vorbeischaut, dem sei die Führung auf jeden Fall ans Herz gelegt. 

 

Alle Infos zu den Führungen, Öffnungszeiten und Events findet ihr hier auf der Webseite der Grünen Zitadelle

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Xiaodan (Mittwoch, 19 Oktober 2016 10:49)

    Ich habe gehört, es gibt sogar einen Kita in diesem Gebäude, finde ich sehr interessant!