Paris in acht Stunden

Eigentlich bin ich eher der Fan von "tiefgründigeren" Trips, sprich etwas längeren Aufenthalten vor Ort. Ich denke nur so kann man wirklich viel zu sehen, auch mal abseits des Touri-Trubels. Aber nicht immer hat man so viel Zeit. Für meinen ersten (und bisher leider einzigen) Besuch in Paris hatte ich genau acht Stunden. Reicht nicht? Lest selbst!

Spaziergang entlang der Seine mit Blick auf Paris bekanntestes Wahrzeichen.
Spaziergang entlang der Seine mit Blick auf Paris bekanntestes Wahrzeichen.

Der ganze Ausflug an sich war ein einziges Abenteuer! Zusammen mit einer meiner besten Freundinnen Anja habe ich mich auf einen Tagestrip nach Paris begeben. Organisiert wurde der von ihrer alten Schule, zu der sie noch Kontakte hatte, sodass wir mitfahren konnten. Dafür ging es Samstagmorgen um fünf Uhr ab Kerpen los, nach einer langen Busfahrt sind wir dann gegen elf/ halb zwölf Uhr morgens in Paris angekommen.

 

Alleine die Ankunft war so ein cooles Gefühl! Wir sind über die Champs-Elysee in die Stadt gefahren, zur Begrüßung hat unser Busfahrer die französische Nationalhymne gespielt. Ich kam mir dabei ein bisschen vor wie die Queen und hätte am liebsten aus dem Bus heraus gewunken. Nachdem wir am Obelisk einen Parkplatz gefunden hatten, hieß es: Raus aus dem Bus und ab in die Stadt! 

 

Was ich vielleicht gleich vorweg nehmen sollte: es war ein Tag Mitte April 2014 - in Deutschland war es zu dem Zeitpunkt noch nicht allzu warm. Mit T-Shirt, dicker Strickjacke, Schal und Softshelljacke ausgestattet, stapften wir los. Aber schon nach den ersten Metern Richtung Seine, also dem Fluss der durch Paris fließt, war uns klar: bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel können wir getrost alle Jacken in die Rucksäcke packen. Was für ein toller Start!

 

An der Seine entlang liefen wir zu unserem ersten Ziel: natürlich dem Eiffelturm! Auch wenn wir recht zügig gingen, denn wir hatten an dem Tag ja noch viel vor, nahmen wir uns Zeit, den Fluss und den Spaziergang zu genießen. Ich bewunderte die vielen Brücken, die ein oder andere mit tollen goldenen Verzierungen verschönert. Das war schon ein schönes Flair mit kleinen Straßencafés an der Seine, die so blau glitzerte, mit Blick auf den Eiffelturm. Hier fühlte ich mich sofort in der Stadt angekommen. Für einen Aufstieg auf den Turm hat die Zeit leider nicht gereicht, die Schlangen waren unglaublich lang. Aber unten drunter durch laufen hat es auch getan, denn auch von anderen Punkten der Stadt hat man eine unglaublich schön Aussicht - aber dazu später noch! :-)

 

Auch wenn wir am Anfang noch schön entspannt durch die Stadt gelaufen sind, ab der Mitte unseres Aufenthaltes haben wir dann doch die Metro genommen, denn wir hatten einfach zu viele Dinge eingeplant und Paris ist schone eine sehr große Stadt! Mein Glück war, dass Anja im während unserer Ausbildung einen Monat lang in Paris gearbeitet hat und ich dadurch eine sehr ortskundige Stadtführerin hatte. Sonst hätte ich wahrscheinlich nicht so viel geschafft. 

Toller Ausblick auf Paris von Montmatre.
Toller Ausblick auf Paris von Montmatre.

Nachdem wir das Must-See Nummer Eins abgehakt hatten, sind wir zurück zur Champs-Elysee gelaufen. Das erscheint mir rückblickend etwas merkwürdig, weil wir dort ja angekommen sind, aber das hatte damals mit Sicherheit einen (tieferen) Sinn. Die Reise ist allerdings fast zweieinhalb Jahre her, deshalb weiß ich diesen heute nicht mehr. Die Champs-Elysee war definitiv ein Highlight! So eine riesige große High-Society Shoppingmeile, die durch eine vierspurige Straße getrennt ist und rechts und links von einer Allee eingezäunt ist. Wer Lust hat, kann hier bei Dior, Swarovski, Prada und Co. jede Menge Geld lassen. Rein getraut haben wir uns dann aber nicht, in unseren Rucksack-Touri-Outfits wurden wir nämlich mit wachsamen Blicken der Türsteher beäugt. Wir haben uns dann lieber für den Disney-Store entschieden. Einmal noch mal Kind sein! Der Kuscheltierfan, der ich nun einmal immer noch bin, hätte am liebsten alle mitgenommen: Bambi und Klopfer, Winnie Pooh oder auch Arielle. Am Ende habe ich mich dann für einen der kleinen Rabauken aus "101 Dalmatiner" entschieden - der hatte in meiner Dalmatiner-Sammlung definitiv gefehlt! Um ein par Euro leichter, aber zufrieden ging es dann zu dem wohl schönsten Fleckchen Paris:dem Berg Montmartre, der Mitten in der Stadt liegt. Oben drauf thront die weiße Kirche Sache-Coeur. 

 

Wie eigentlich überall in Paris wimmelte es hier nur so von Menschen! Trotzdem war es wunderschön anzuschauen: unten der grüne rasen, oben der blaue Himmel, abgetrennt durch eine traumhaft schöne weiße Kirche. Die vielen Treppen, die zu Sache Coeur hinaufführen, sind definitiv alle Mühen wert. Oben angekommen hat man einen super Blick über die Stadt der Liebe, vor allem wenn man so viel Glück hat wie wir und so tolles Wetter hat! Gleich hinter Sacre Coeur beginnt das Künstlerviertel von Montmatre. Enge Gassen und Straßenkünstler verzaubern! Auch wir konnten dem Charm nicht widerstehen und haben kleine bunte Kunstdrucke vom Eiffelturm mitgenommen - ein bisschen Touri muss eben doch sein. Hier haben wir generell sehr viel Zeit verbracht und uns in den schmalen Sträßchen genauer umgesehen. Je weiter man kommt, desto mehr wird aus dem Künstlerviertel eine Touri-Hochburg samt unzähligen Souvenir-Shops.

 

Danach haben wir uns in einer kleinen Seitenstraße in einem kleinen Straßencafé einen Abendsnack gegönnt. Das Sandwich mussten wir uns allerdings schwesterlich teilen, da die Preise ziemlich parisisch waren. Mit einem Abstecher zur Siegessäule, der Colonne Vendóme, ging es dann in die Gärten, die kurz vor dem Louvre liegen. Hier haben wir uns noch ein paar Eclairs gegönnt, ehe wir zum Louvre gelaufen sind, wo unser Trip dann auch schon geendet hat. Alles haben wir eben nicht geschafft, dafür reichen acht Stunden in einer so großen Stadt wie Paris dann doch nicht. Wir haben wirklich zum Schluss häufig die Metro genommen, ein System das ich ohne Anjas Kenntnisse sicher nicht so schnell durchblickt hätte! Aber da wir uns an unseren einzelnen Schauplätzen auch wirklich viel Zeit genommen haben, blieben andere Dinge dann doch auf der Strecke, wir z.B. Notre Dame. Da ich dort auf der Durchreise zu meinem Schüleraustausch nach Segré 2008 einen kurzen Stopp hatte, konnte ich das verschmerzen. 

 

Angekommen sind wir glaube ich sonntags in der Früh so gegen zwei, drei Uhr in Kerpen. Also ein echter Mordstrip, aber für damals 35 Euro konnten wir einfach nicht widerstehen! :-) 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0